Mobbingintervention

Eine angenehme Lernatmosphäre und ein respektvoller Umgang miteinander sind die Grundlage für erfolgreiches Lernen und ein gutes Schulklima. Alle Mitglieder unserer Schulgemeinschaft tragen Verantwortung dafür, dass sich jede Person an unserer Schule sicher und wertgeschätzt fühlen kann. Konflikte, Ausgrenzung und respektloses Verhalten belasten nicht nur die Betroffenen, sondern wirken sich auch negativ auf den Unterricht und das gemeinsame Lernen aus.

Mobbing und Diskriminierung – zum Beispiel aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder persönlicher Lebensweise – haben an unserer Schule keinen Platz. Sie verletzen die Würde und die Rechte der betroffenen Personen und stehen im Widerspruch zu unseren gemeinsamen Werten. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, in einer Umgebung zu lernen, die frei von Angst, Ausgrenzung und Herabsetzung ist.

Mobbing ist kein neues Phänomen. Es kommt überall dort vor, wo Menschen über längere Zeit zusammenarbeiten und zusammenleben – auch an Schulen. Deshalb ist es uns wichtig, offen und verantwortungsvoll mit diesem Thema umzugehen. An den Berufsbildenden Schulen Rinteln schauen wir nicht weg, sondern handeln frühzeitig und gemeinsam.

Von Mobbing spricht man, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum wiederholt ausgegrenzt, beleidigt, bedroht oder absichtlich verletzt wird. Dies kann direkt, zum Beispiel durch Beleidigungen oder Gerüchte, aber auch über soziale Medien und Messenger-Dienste geschehen. Mobbing schwächt das Selbstvertrauen der betroffenen Person und kann erhebliche Folgen für das persönliche Wohlbefinden und den Lernerfolg haben.

Unsere Mobbingintervention umfasst vier zentrale Schritte:

Da Mobbing meist innerhalb einer Gruppe entsteht, kann es auch nur gemeinsam mit der Gruppe nachhaltig gelöst werden. Deshalb orientiert sich unsere Schule am sogenannten „No-Blame-Approach“ (NBA), einem bewährten Ansatz zur Anti-Mobbing-Arbeit.

Der No-Blame-Approach verzichtet zunächst bewusst auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen. Stattdessen steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Situation für die betroffene Person verbessert werden kann. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus der Gruppe werden Lösungen entwickelt, um Ausgrenzung zu beenden und wieder ein respektvolles Miteinander zu ermöglichen. Ziel ist es, Verantwortung zu fördern, Mitgefühl zu stärken und die positiven Kräfte der Gruppe zu nutzen.

Dieses Vorgehen hat sich in vielen Schulen als erfolgreich erwiesen, weil Konflikte häufig nachhaltiger gelöst werden können, wenn alle Beteiligten aktiv an einer Verbesserung mitarbeiten.

In Situationen, in denen schwere Grenzüberschreitungen vorliegen oder der No-Blame-Approach nicht zum Erfolg führt, werden selbstverständlich weitere Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören abgestufte schulische Konsequenzen auf Grundlage des Niedersächsischen Schulgesetzes sowie – wenn erforderlich – die Einbeziehung von Eltern, Beratungsstellen oder weiteren zuständigen Stellen.

Unser Ziel ist eine Schule, in der Respekt, Verantwortung und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sind und in der alle die Möglichkeit haben, erfolgreich und ohne Angst zu lernen.