Berufseinstiegsklassen

In Niedersachsen wurden an allen Berufsbildenden Schulen die Berufseinstiegsschulen (Berufsvorbereitungsjahr und Berufseinstiegsklasse) eingerichtet. In dieser Schulform können Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse und Fähigkeiten für eine Berufsausbildung oder den Besuch einer Berufsfachschule verbessern. Ziel dieses Bildungsganges ist der Erwerb oder die Verbesserung des Hauptschulabschlusses.

Die Berufseinstiegsschule zum Erwerb des Hauptschulabschlusses erstreckt sich grundsätzlich über zwei Jahre. In das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) im ersten Jahr werden Schülerinnen und Schüler aufgenommen, die auf eine besondere individuelle Förderung angewiesen sind. Sie werden auf eine Berufsausbildung oder eine Berufstätigkeit vorbereitet. Dazu bedarf es der Stärkung der "Sozialkompetenzen". Hier muss die Schule dazu beitragen, individuelle Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen von Schülerinnen und Schülern zu beeinflussen. Daher wird hier in ganz besonders konsequenter Weise die Einhaltung von vereinbarten Normen eingefordert. Die Verlässlichkeit, dass eine Arbeitsanweisung ausgeführt wird, steht hier vor dem Ergebnis der Handlung. Dabei geht die Schule von der Grundüberzeugung aus, dass jede Schülerin und jeder Schüler über Ressourcen verfügt, die geweckt und gestärkt werden können. Allerdings geschieht dieses Wecken und Stärken nur zum Teil durch die Schule und ihre Lehrkräfte, vor allen Dingen müssen die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken erkennen und wecken, was regelmäßig eine Verhaltensänderung verlangt.

Im zweiten Jahr, der Berufseinstiegsklasse, steht dann der Erwerb bzw. die Verbesserung des Hauptschulabschlusses im Vordergrund.